Der erste Teppich erhält seine Komposition durch das tuften von beiden Seiten der Leinwand, was das konventionelle Verständnis von einem Vorne- und Hinten in der Teppichherstellung, auflöst. Das Gestaltungsprinzip baut auf den Fehlerquellen im Tuft-Prozess auf. Das Verlieren des Fadens gibt hierbei den Rhythmus des Wechselspiels vor. Im aleatorischen, also zufallsbedingten, Vorgang wird so der Fehler zum performativen Gestaltungsmaß. In diesem Ablauf sind wir als Gestalter die Spieler des gelenkten Zufalls. Das zweite Objekt vergegenständlich die Farbwerte, die durch den vorausgehenden zufälligen Gestaltungsprozess entstanden sind. Er stellt die Abstraktion der im ersten Objekt erstellten Information dar. Der Rhythmus des Wechselspiels wird erneut aufgegriffen und durch ein Absetzen der Maschine übertragen. Stellen des Wechsels werden nun durch hängende Fäden markiert.

Text by: Iva  Coskun
eine arbeit von: anna luise pfau, iva coskun, antonia dieti, felix sittner, julia huhnholz, carla baumeister und luise charlotte klett

2020